Großflächige Kartierung von Waldbränden in Indonesien
1997/98 erlebte Indonesien eine der größten, vom Menschen verursachten Umweltkatatstrophen. Durch einen außergewöhnlich starken El Nino-Effekt (ENSO) gerieten zur Rodung gelegte Feuer ausser Kontrolle, so dass riesige Flächen tropischer Regenwald in ganz Indonesien zerstört wurden. Besonders destruktiv waren die Waldbrände in Ostkalimantan auf der Insel Borneo.
Hotspots, d.h. aktiv brennende Feuer können mit niedrig auflösenden NOAA-AVHRR-Satellitenbildern erkannt werden. Es zeigte sich, dass Ende April 1998 fast die gesamte südliche Hälfte der Provinz brannte (siehe Abb. unten). Starke Winde in Kombination mit extrem trockenem Klima erleichterten die rasche Ausbreitung der Brände.
Im Auftrag des GTZ Projektes Integrated Forest Fire Management-Projekt (IFFM) der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) führte RSS eine Studie durch, bei der mit Hilfe von ERS-2 SAR-Bildern das Ausmaß der Waldbrände und die verursachten Schäden festgestellt werden sollten. Auf einer Fläche von über 200.000 km2 wurde die Vegetation hinsichtlich ihres Zustands vor und nach den Bränden untersucht.
Auf Grundlage von multitemporalen ERS-Aufnahmen erstellte Karte der Feuerschäden. Die Farben weisen auf den unterschiedlichen Schädigungsgrad hin, gelb kennzeichnet 25-50% Schaden, dunkelrot steht für mehr als 80% Schädigung der Vegetation.
5,2 Million Hektar bzw. etwa 25% der gesamten Provinz waren von den Bränden betroffen. Fast 2,3 Millionen Hektar davon bestand aus Naturwald-Konzessionen, 0,4 Mio. Hektar waren unter Naturschutz stehende Wälder, 0,9 Mio. Hektar Waldplantagen und 0,7 Mio. Hektar industrielle (Ölpalmen) Plantagen.
Untersuchungen vor Ort während und nach den Waldbränden zeigten, daß das Feuer in Abhängigkeit von Vegetationstyp, Holzeinschlag und Mikrorelief unter-schiedlich starke Auswirkungen hatte. 25-50 % Schädigung wurden vorwiegend in holzwirtschaftlich genutzten Wäldern festgestellt, in denen Bodenfeuer unterschiedlicher Intensität einige Bäume zerstörten, aber den Großteil der Biomasse unverbrannt ließen (oben links). 50-80% Schaden trat in ehemals holzwirtschaftlich stark übernutzten Wäldern auf (Mitte). In Torf-Sumpfwäldern wurden annähernd 100 % der Bäume vernichtet, wobei der größte Teil der Biomasse unverbrannt blieb. Hier besteht ein extrem hohes Feuerrisiko für die Zukunft (Bild unten).





